STADTHALLE IN SCHELKLINGEN

Titel: Neubau Stadthalle Schelklingen
Typ:Einstufiger, nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil
Ort: Schelklingen, Baden-Württemberg
Ausloberin:Stadt Schelklingen
Architekt:innen:3PO Bopst Melan Architekten BDA PartGmbH, Potsdam
Team LA.BAR:Rüdiger Amend, Violetta Zilbersher, Rosa Rispler, Léa Haubtmann
Zeitraum: Juli – September 2026
Größe:Realisierungsteil: ca. 4.475 qm, Ideenteil: ca. 4.566 qm
Platzierung:1. Platz

Landschaft
Die Außenanlagen der neuen Stadthalle verstehen sich als verbindendes Element zwischen Gebäude, Stadt und Landschaft. Über den Vorplatz wird eine klare und angemessene Adresse für die Stadthalle ausgebildet. Gleichzeitig entsteht ein zusammenhängender Freiraum, der die unterschiedlichen Zugänge, Nutzungen und Höhenlagen miteinander verbindet und die Stadthalle in die Landschaft des Längentals einbettet.


Ankommen und Erschließung
Von der Straße Am Hartenbuch führt eine großzügige, sanft ausgebildete Treppenanlage zum Eingang der Stadthalle. Sie überwindet den vorhandenen Höhenunterschied und schafft zugleich einen eigenständigen Aufenthaltsraum. Breite Stufen und integrierte Sitzmöglichkeiten machen die Treppenanlage nicht nur zu einer Erschließung, sondern zu einem Ort des Ankommens und Verweilens.

Ergänzend führt ein barrierefreier Weg in einer sanften, sich durch die Grünflächen schlängelnden Bewegung zum Gebäude. Statt einer Rampenanlage wird eine angenehm geneigte Wegeführung vorgesehen, die mit Kinderwagen, Rollator und Rollstuhl gut befahrbar ist. Der Weg führt bis zum Eingang für die Sportlerinnen und bindet diesen selbstverständlich in die Gesamtgestaltung ein. Von Norden kommend ergänzt ein separater Weg entlang des Gebäudes die Erschließung und ermöglicht eine direkte Anbindung des Eingangs für die Sportlerinnen, gegebenenfalls auch aus Richtung des neu anzulegenden Forstwegs.

Die südlich gelegene, über die gesamte Gebäudelänge überdachte Terrasse erweitert den Innenraum nach außen. Sie bietet Schutz vor Sonne und Witterung und schafft gleichzeitig einen Aufenthaltsbereich mit Blick auf die vorgelagerten Grünflächen und die Stadt.

Fahrradstellplätze werden dezentral an mehreren Stellen rund um die Stadthalle angeordnet und auf diese Weise in die verschiedenen Ankunftsrichtungen integriert. Insgesamt sind 70 Fahrradstellplätze vorgesehen. Barrierefreie PkW-Stellplätze werden im Parkhaus des Ideenteils in weniger als 100 m Entfernung zu den Haupteingängen nachgewiesen.


Straße Am Hartenbuch und Anlieferung
Die Straße Am Hartenbuch wird im Bereich zwischen Stadthalle und Parkhaus gestalterisch aufgewertet und durch einen einheitlichen Materialbelag zu einem verbindenden Platzraum, der nicht mehr als reine Verkehrsfläche wahrnehmbar ist. Der Materialwechsel unterstützt eine Entschleunigung des motorisierten Verkehrs

Die Anlieferung der Küche erfolgt von Westen, die der Bühne von Norden. Für größere Lieferfahrzeuge und Lkw wird eine Umfahrung des Gebäudes ermöglicht. Da diese Fahrten nur temporär und im Zusammenhang mit Veranstaltungen stattfinden, wird die entsprechende Fahrspur mit Schotterrasen befestigt. So fügt sie sich möglichst selbstverständlich in die angrenzenden Sport- und Grünflächen ein. Holzpoller begrenzen die Zufahrt.


Material und Landschaftsbezug
Die Gestaltung der Außenanlagen greift ortstypische Materialien und die Landschaft des Längentals auf. Für die befestigten Flächen wird ein Pflaster im Kleinsteinformat in changierenden Rottönen vorgesehen, das an die Materialität der Scheklinger Innenstadt anknüpft.

Auch Treppen und Sitzsteine werden aus einem Material mit vergleichbarer Farbigkeit und Anmutung hergestellt, jedoch unterschiedlich bearbeitet. Während die Treppenflächen glatt und präzise ausgebildet werden, erhalten die Sitzsteine eine grobe, steinartige Bearbeitung. Sie wirken dadurch wie aus der Landschaft herausgelöste Gesteinsbrocken und vermitteln zwischen dem gebauten Stadtraum und der umgebenden Landschaft.

Auch der barrierefreie Weg und die Gestaltung der Grünflächen nehmen den Charakter der Landschaft des Längentals auf.


Vegetation und Aufenthalt
Die Grünflächen werden als robuste, klimaangepasste Pflanzflächen ausgebildet. Sonnen- und hitzeverträgliche Geophyten, Stauden und Gräser werden mit kleineren Strauchpflanzungen und einzelnen Findlingen kombiniert. Die Pflanzung ist arten- und strukturreich und bietet insbesondere Insekten einen wertvollen Lebensraum.

Klimaverträgliche Bäume ergänzen die Grünflächen und schaffen langfristig schattige Aufenthaltsbereiche.

Umgang mit Regenwasser

Der Umgang mit Niederschlagswasser ist als integraler Bestandteil der Freiraumgestaltung gedacht. Das auf den befestigten Flächen und am Gebäude anfallende Regenwasser wird, soweit möglich, von den Gebäuden weggeführt und in die angrenzenden Grünflächen geleitet, wo es zurückgehalten und zur Versickerung gebracht wird.

Die begrünten Dächer der Gebäude leisten bereits einen wichtigen Beitrag zur Regenwasserbewirtschaftung, indem Niederschlag zurückgehalten und verdunstet. Überschüssiges Wasser wird kontrolliert in das Entwässerungssystem eingeleitet.

Für die Straße Am Hartenbuch wird die Regenwasserführung über Einläufe mit Vorreinigung organisiert, die an eine unter der Straße liegende Rigole angeschlossen sind. So können die dort anfallenden Niederschlagsmengen unterirdisch versickern.