BIZ SACHSENHAUSEN
| Titel | Neubau Besuchsinformationszentrum und Seminargebäude Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Sachsenhausen |
| Typ | Nichtoffener, anonymer, einphasiger interdisziplinärer Realisierungswettbewerb mit Ideenteil für Architekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen |
| Ort | Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Oranienburg |
| Auslober:in | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten |
| Architekt:innen | LANKES KOENGETER Architekten GmbH, Berlin |
| Team LA.BAR | Rüdiger Amend, Eike Richter, Violetta Zilbersher, Sara Amarouch |
| Zeitraum | April - Juli 2025 |
| Größe | 15.300 qm (1.738 qm Gebäude) |
| Platzierung | 1. Preis |
Neugestaltung der Gedenkstätte: Erinnerung sichtbar machen
Die Gedenkstätte ist ein Ort, an dem sich zeitliche, räumliche und erinnerungskulturelle Ebenen überlagern. Sie dient als Informations- und Erfahrungsraum für ein vielfältiges Publikum. Der schützenswerte Naturraum wird bewusst in einen Dialog mit den Spuren der Vergangenheit gesetzt – sichtbar gemacht durch zurückhaltende, gestalterische Eingriffe, die die Authentizität des Ortes wahren.
Erweiterung und neue Vermittlungsräume
Mit dem neuen Besucherinformationszentrum (BIZ) wird die Gedenkstätte erstmals räumlich auf das Gelände des ehemaligen SS-Truppenlagers ausgeweitet. Ziel ist es, diesen lange ausgeblendeten Täterraum kognitiv wie emotional erschließbar zu machen. Das neue BIZ fungiert als zentrale Anlaufstelle für Information und Orientierung – bewusst gegenüber dem historischen Zugang zum Häftlingslager positioniert.
Markierungen, die erinnern – ohne zu rekonstruieren
Die historischen Lagergrenzen werden durch Sichtbetonscheiben, Betonbänder und Informationsstelen markiert. Sie orientieren sich in Höhe und Rhythmus am historischen Vorbild, machen die Enge der Lagerstraße erfahrbar und schaffen Orientierung. „Erkundungsfenster“ eröffnen gezielte Einblicke in das Gelände des ehemaligen SS-Truppenlagers.
Gestaltung im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart
Der neue Platz rund um das BIZ wird durch einen sandfarbenen Belag als historische Schicht lesbar gemacht. Ein Wechsel des Bodenmaterials markiert Übergänge, etwa zum ehemaligen SS-Wirtschaftsgebäude, das durch landschaftliche und architektonische Mittel sichtbar, aber nicht zugänglich gemacht wird. Die Architektur des Neubaus fügt sich sensibel in das Gelände ein, bricht die Symmetrie der Lagerstruktur bewusst auf und öffnet sich einladend dem heutigen Besucherweg. Ein begleitendes Vegetationskonzept aus heimischen und klimaresilienten Arten bildet einen grünen Saum – als Kontrapunkt zur steinernen Geschichte.
Zurückhaltende Lichtführung, gezielte Information
Das Lichtkonzept setzt auf in die Gestaltung integrierte Leuchtelemente, die Ausstellung und Wegführung dezent akzentuieren. Wettergeschützte Treffpunkte für Gruppenführungen sowie Sitzgelegenheiten bieten Raum für erste Informationen, Sammlung und Austausch. Auch der Cafébereich ist behutsam in das Ensemble eingebunden.